März 2019 - 5 MIN Lesedauer

Im Gespräch mit Franz Althuber über den Aufstieg zum Großvenediger

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Am 20. Februar 2019 startet die deutschsprachige Bergsportszene auf YouTube in eine neue Ära. Die beiden mit Abstand produktivsten Bergsport-YouTuber im Alpenraum, AlpineFex und Alpine Momente bestiegen am 16. und 17. Februar in Eigenregie aus dem Pinzgauer Obersulzbachtal den Großvenediger. Dabei dokumentierten sie das 27-stündige, rund 45 Kilometer lange und über 3.000 Höhenmeter umfassende Abenteuer mit ihrem Filmequipment. Unmittelbar nach dem Gewaltakt, der den längsten aller Anstiege auf den Großvenediger darstellt, machten sich die beiden an den Schnitt des Rohmaterials um die Tour der Allgemeinheit auf YouTube bereits am 20. Februar 2019 frei zugänglich zu machen.

 

 

Bergsport auf YouTube

 

AlpineFex und Alpine Momente – das sind seit über einem Jahr die mit Abstand aktivsten Bergsportkanäle auf YouTube im gesamten Alpenraum. „AlpineFex“ wird von Tobi aus Garmisch-Partenkirchen (D) betrieben, „Alpine Momente“ von Franz aus dem Salzburgerland in Österreich. Mittlerweile betreibt „AlpineFex“ den mit Abstand größten Bergsportkanal im deutschsprachigen Raum, „Alpine Momente“ ist kurz davor, die Nummer 1 in Österreich zu sein. Im Februar starteten die beiden ein gemeinsames Berg- und YouTube-Projekt, das die beiden auf den Großvenediger führte, der mit 3666m der höchste Grenzberg zwischen Salzburg und Osttirol ist. Franz Althuber liefert exklusiv für BËRGSTEIGER Hintergrundinfos, wie es den beiden an den zwei Tagen ergangen ist.

 

 

Der Aufstieg

 

Tobi und ich wussten, es erwartete uns über den Salzburger Anstieg ein Gewaltakt, der hin und retour ca. 45 Kilometer lang ist und bei dem um die 3.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu bewältigen sind. Zwei Tage vor der Tour besprachen wir, welches Equipment wir mitnehmen und wer für was verantwortlich ist. Ich erkundigte mich noch bei Paul Sodamin, einem Berg- und Skiführer aus der Steiermark, wie er die Situation am Gletscher einschätzte. Er sah das gleich wie wir und vermutete, dass die Spalten bereits gut zu sind. Tobi und ich schlossen uns kurz und entschieden uns dennoch, aus Vorbildsgründen für die Videodokumentation ein 30 Meter Halbseil für den Gletscher mitzunehmen. Zusätzlich gesamte Gletscher und Lawinenausrüstung. Als Treffpunkt vereinbarten wir 12.00 in Neukirchen am Großvenediger. Die Anreise gestaltete sich extrem mühsam, da wir beide in einen Stau am Urlauberwechselwochenende kamen. So trafen wir erst um 13.30 zusammen und konnten erst um kurz vor 14.00 starten.

 

Nach einer guten halben Stunde erreichten wir den Parkplatz Hopffeldboden, von dem man im Sommer durch das Obersulzbachtal Richtung Venediger und Kürsinger Hütte startet. Bis dahin hatten wir bereits ein paar Sequenzen mit unseren GoPRO’s gedreht. Danach folgten wir einfach der Forststraße, querten ein paar abgegangene Lawinen und standen dann ein paar hundert Höhenmeter später im Obersulzbachtal. Ein wunderschönes und breites Tal im Nationalpark Hohe Tauern. Kein Handyempfang, keine Menschenseele unterwegs. Nur Tobi und ich, die hohen Berge links und rechts von uns. Die Gipfel in der Sonne, wir bereits im Schatten. Wir folgten dem Verlauf weiter, stiegen nun endlich wieder ein paar
Höhenmeter auf und standen ein weiteres Mal in einer wunderschönen breiten Ebene. Von der Sonne kaum eine Spur mehr. Genaugenommen außer am Gipfel des Großen Geigers. Im Sommer kann man von der Ebene, auf der wir uns nun befanden, über einen Steig auf die Kürsinger Hütte gehen, im Winter ist das nur bei guter Schnee- und Lawinenlage und mit Steigeisen möglich.

 

 

Im schattigen langen Obersulzbachtal

 

Da die Finsternis bald über uns hereinbrechen würde, entschieden wir uns, dem Talverlauf weiter zu folgen und mehr oder weniger über die Gletscherauslauffläche auf die Hütte zuzusteigen. Nach rund 15 Kilometern und mittlerweile in der Finsternis, begleitet vom wunderschönen Mondlicht, aktivierte Tobi nun sein GPS und lotste uns zur Kürsinger Hütte, bei der wir um 20.00 eintrafen. Dort freuten wir uns einerseits, dass wir drei Burgenländer trafen, die den Winterraum schön warm beheizt hatten, andererseits mussten wir durch deren Anwesenheit noch zuwarten, bis wir den Ofen zum Schneeschmelzen, Kochen und Teekochen benutzen konnten. Gegen 23 Uhr hatten wir dann auch alles hinter uns gebracht, für den großen Folgetag vorbereitet und legten uns ins Bett. Die Nacht war warm, der Schlaf erholsam und um 07.00 standen wir auf, frühstückten und machten uns um 08.00 auf den Weg Richtung Großvenediger.

 

 

Großer Geiger nach Sonnenuntergang im ersten Mondlicht

 

Aufstieg im Mondlicht zur Kürsingerhütte

 

 

Zum Gipfel gibt’s nun zwei Möglichkeiten: entweder man fährt von der Hütte bis auf ca. 2.100 Meter ab und steigt dann dem weiteren Talverlauf Richtung Obersulzbachkees
zu oder man benutzt je nach Geländemöglichkeiten den Sommerweg. Wir wollten das Abenteuer und entschieden uns für die nicht angespurte Variante des Sommerweges. Im Nachhinein war es mit Sicherheit die bessere Option, da wir so dem Schatten entflohen und bereits früh in der warmen Sonne waren.
Allerdings wussten wir nicht, ob die Abfahrt auf den Gletscher tatsächlich möglich sein wird. Umso erfreuter waren wir, als sich bei einer Geländekante herausstellte, dass unser Plan durchführbar ist. Am Obersulzbachkees angekommen seilten wir uns an, obwohl die Spalten vollständig geschlossen waren. Wir
betraten eine einsame und wunderschöne Gletscherlandschaft. Hinter uns die Aussichtskanzel auf den
Venediger, der Keeskogel, rechts von uns der Venediger Nordgrat und vor uns die Venediger Scharte, die den
Großvenediger vom Kleinvenediger trennt. Eine Querung führte uns über einen Gletscherbruch drüber, danach
standen wir bereits vorm Aufstieg in die Venedigerscharte. 15 Meter unter der Venedigerscharte auf ca. 3.400 Meter änderten sich die Verhältnisse. Der Wind hat hier
ganze Arbeit geleistet. Mit Harscheisen stiegen wir dann unschwierig und immer steiler werdend auf den Gipfelgrat zu.

 

 

Tobi vor der Venedigerscharte links der Kleinvenediger

 

 

Venedigergipfel

 

 

Überglücklich standen wir dann am Gipfelgrat, packten das Seil weg und stiegen die letzten Meter auf den Großvenediger.
Das Gipfelkreuz im Visier war mein erster Blick auf die Drei Zinnen, die uns aus der Ferne entgegenlachten. Tobi und ich umarmten uns, freuten uns, das Gipfelglück an diesem wunderschönen Tag ganz alleine genießen zu dürfen und bewunderten die traumhafte Berglandschaft in der Windstille eine gute halbe Stunde. Dann ging es zur Abfahrt über: nun erwartete uns eine knapp 25 Kilometer lange und 2.800 Höhenmeter umfassende Abfahrt über den Obersulzbachkees und das gesamte Obersulzbachtal. Ein richtiges Highlight. Von Osttirol wieder retour in meine Heimat nach Salzburg. Auch hier nahmen wir uns genauso wie bereits im Aufstieg viel Zeit zum Filmen. Im flachen Obersulzbachtal hieß es ein paar Gegenanstiege und Schiebpassagen in Kauf nehmen. Nach guten 2 ½ Stunden herrlicher Abfahrt standen wir überglücklich im Tal und freuten uns einerseits über diese außergewöhnliche Tour mit idealen Verhältnissen und andererseits, dass unsere erste gemeinsame Tour perfekt verlaufen ist und unser Plan der Videodokumentation auch so gut aufgegangen ist.

 

 

Franz und Tobi am Venedigergipfel

 

 

Unsere Wege trennten sich nun und gleich nach der Ankunft daheim ging es für uns beide an die Nachbearbeitung. Unsere Fans wollen natürlich was sehen. Bereits 2 ½ Tage nach der Ankunft im Tal hat Tobi das Video hochgeladen und 2 Tage nach dem Upload hält es nun bei knapp 12.500 Aufrufen und übertrifft damit das bislang erfolgreichste Venedigervideo auf YouTube, das allerdings bereits 7 Jahre alt ist. Das und die vielen positiven Rückmeldungen unserer treuen Zuseherinnen und Zuseher sind Grund genug, dass das erst der Start von gemeinsamen YouTube-Projekten im Bergsport für uns sein wird. Freut euch schon auf das was noch alles von uns kommen wird. Tobi und ich tun das auch.

 

Das Video:

 

 

 

 

   Alpine Momente           

        Alpine Fex

  Alpine Momente

 Alpine Momente             

        AlpineFex

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